Stabil gebaut für Generationen

Ein Haus aus Holz wird von Buchner so gebaut, dass es jeder Witterung standhält und zwar nicht nur heute und morgen, sondern auch wenn dann schon die Enkelkinder drinnen wohnen. Damit ein Haus so stabil ist, braucht es das OK von einem Statiker.

Buchner arbeitet dabei mit dem Ingenieurbüro Zehetgruber / Laister zusammen. Dipl. Ing. Johann Zehetgruber ist als selbstständiger Ziviltechniker tätig. An der Technischen Universität Graz lehrt Zehetgruber am Institut für Holzbau und Holztechnologie. Sein Schwerpunkt dabei ist die Behandlung historischer Holzkonstruktionen.

Für meinen Blog, in dem es heute um die Stabilität im Holzbau geht, hab‘ ich Johann Zehetgruber zum Interview gebeten:

Manchmal fragen Baufamilien, wie stabil ein Holzhaus eigentlich ist und ob es bei starkem Wind „wegfliegen“ kann?

OLYMPUS DIGITAL CAMERAGrundsätzlich sind Holzhäuser genau so stabil wie Massivbauten. Die einschlägigen Lastnormen für Eigengewicht, Schnee, Wind und Erdbeben müssen auch hier eingehalten werden. Das bedeutet, dass die Stabilität der Holzhäuser mit anderen Bauweisen vergleichbar und vor allem ausreichend ist.

 Und wie ist das bei größeren Räumen – braucht man da Stützpfeiler, um das Obergeschoß abzusichern?

Große Räume mit entsprechend großen Stützweiten sind gerade mit Holzbau einfach zu verwirklichen. Es bieten sich dafür neue Tragelemente, wie etwa die flächenhaften Brettsperrholzelemente an. Stützweiten von sieben bis acht Metern sind damit problemlos machbar.

Buchner ist häufig im Bereich Sanierung und Umbau von bestehenden Gebäuden tätig. Die Holzbauweise kommt den Baufamilien da sehr entgegen, weil rasch und unkompliziert zum Beispiel ein neues Stockwerk aufgesetzt werden kann. Worauf sollten Baufamilien achten, die ihr Haus gerne erweitern oder aufstocken möchten?

Das Aufstocken von bestehenden Bauten ist eine Kernkompetenz des Holzbaus. Es überlagern sich zwei Vorteile: Zum einen die schnelle Bauzeit ohne Baufeuchte und damit zusammenhängende Austrocknungszeiten. Zum anderen das geringe Eigengewicht, das eine Aufstockung ohne Verstärkungsmaßnahmen am Unterbau (Wände, Fundamente) im Regelfall ermöglicht und so Kosten und unangenehme Eingriffe erspart. Natürlich muss aber in jedem Einzelfall die bestehende Struktur hinsichtlich Bauweise und Erhaltungszustand kontrolliert werden.

Bei Gewerbebauten und landwirtschaftlichen Gebäuden geht der Trend zu möglichst offenen Hallen ohne Stützpfeiler. Wie sehen Sie die Eignung des Baustoffes Holz für solche Projekte?

Bei landwirtschaftlichen Hallenbauten ist der Werkstoff Holz absolut konkurrenzfähig. Bei Spannweiten bis etwa 25 Meter kann die stützenlose Überspannung mittels Brettschichtholzträgern oder aber mit Fachwerksstrukturen erfolgen. Ein weiterer Vorteil liegt im Widerstand des Werkstoffes Holz gegenüber aggressiven Stoffen, wie Kunstdünger oder der Atmosphäre in Ställen. Bei Stahltragwerken kommt es immer wieder zu Korrosionsproblemen. Vielfach werden die sekundären Tragelemente (Dachriegel, Wandriegel etc.) aus dem Eigenwald geschnitten und das hilft, die Kosten zu senken.

 

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