Die Gsiberger machen’s vor?

Buchner Holzbaumeister

In Vorarlberg gibt es angeblich die meisten Holzbauprojekte in Österreich. „Ja die Gsiberger machen es uns vor“, hat mein Onkel einmal gemeint. Ist das wirklich so? Versteht man in Vorarlberg mehr vom Holzbau, als bei uns? Darüber hab ich mit dem Fachjournalisten Michael Reitberger, Chefredakteur des Magazins „holzbau austria“ gesprochen:
Vorarlberg gilt als das österreichische Holzbau-Musterland. Stimmt das?
Vorarlberg ist ja vor allem von seinem malerisch ländlichen Bild geprägt. Anstatt diese Landschaft mit Betonklotzen und bunt gestrichenen Reihenhausansammlungen zu verschandeln, hat man in Vorarlberg früh verstanden, dass Architektur elementaren Einfluss auf das Landschaftsbild nimmt. Gebäude müssen sich in ihrer Umgebung zurechtfinden und sich einfügen lassen. Mit Holz gelingt das am besten, da die Präsenz dieses Baustoffes im ländlichen Umfeld am wenigsten stört. In Vorarlberg hat man ebenfalls früh bewiesen, dass Holzarchitektur nicht rustikal sein muss.
Kommt das Verständnis für Holz aus der Tradition?
Es kommt mir manchmal vor, als ob man dort das Holz mit mehr Respekt behandelt. Man macht sich mehr Gedanken zur Qualität, zur richtigen Umgangs- und Verarbeitungsweise sowie zum geeigneten Einsatzzweck als anderswo. Diese Haltung und Wertschätzung dem Werkstoff gegenüber spürt man nicht nur bei den Verarbeitern oder Verkäufern. Sie zieht sich durch alle Altersgruppen und Bevölkerungsschichten. Man schätzt die regionalen Güter sehr stark, ähnlich wie in der Schweiz. Diese generelle Haltung macht auch vor Vorarlbergs Architekten nicht Halt, die großen Einfluss auf die Wahl des Baustoffs nehmen.
Wo hinkt man Ihrer Meinung nach der Entwicklung ein wenig hinterher?
Vielleicht ist es die hohe Konzentration an “Pro-Holz”-eingestellten Menschen, die in anderen Bundesländern fehlt. Könnte man stärkeres Bewusstsein für den Baustoff auch hier schaffen und mehr Planer von der Holz-Ästhetik überzeugen, könnte man bestimmt einiges an Boden gegenüber Vorarlberg gutmachen. Wobei in allen Bundesländern eine sehr positive Tendenz zum Holzbau zu beobachten ist. Selbst in Wien. Dort stammt der Löwenanteil der Holzbauten zwar aus dem Bereich Aufstockung und Sanierung, es gibt aber immer mehr erfreuliche Großprojekte, die in Holz gebaut werden. Und ein ganz besonderes Projekt steht in den Startlöchern. Wir dürfen noch nichts davon verraten, aber sollte es umgesetzt werden, wird es vom ersten Tag an Weltruf genießen. Darüber aber dann mehr in den Folgeausgaben der holzbau austria.
Da bin ich ja richtig stolz drauf, dass wir mit Buchner im Mühlviertel den oberösterreichischen Holzbau-Pionier haben, der mit den Gsibergern schon lange gleich gezogen ist. :-) Was meint ihr – sind die Gsiberger den anderen Bundesländern bei der Leidenschaft für Holz noch voraus?

Neugierig auf weitere spannenden Projekte,
grüßt euch Maria

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