Baufamilien sind wissbegierig

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Vor lauter „Messefieber“ hab ich ganz vergessen, dass ich euch noch einen Bericht vom jüngsten Baufamilienabend schuldig bin, bei dem ich dabei war. Also ich sag‘ euch, die Baufamilien sind echt wissbegierig. Was da alles gefragt wurde. Ich habe ein paar Fragen und Antworten, die mir besonders interessant erscheinen, für euch zusammengefasst:

Frage: Warum bauen die meisten Leute nicht die ganze Wand aus Holz in Blockbauweise?

Christian Buchner: „Das könnte man zwar machen. Für das Raumklima wäre das sicher auch ok. Die rechnerische Energiekennzahl wird allerdings aufgrund der fehlenden Wärmedämmung nicht besonders gut sein, sodass man dann aus den Grenzen für die Wohnbauförderung rausfällt.

Frage: Was ist bei Holzriegel-Bauweise anders?

Christian Buchner: Der Nachteil beim klassischen Blockbau liegt in der Verarbeitung des Holzes. Hier wird das Holz „liegend“ montiert. In der Anatomie des Holzes liegt aber der Unterschied des Schwind-/und Quellverhaltens. Quer zur Faserrichtung (bei liegendem Holz) arbeitet das Holz am meisten. Aus diesem Grund verbauen wir das Holz bei uns „stehend“, also in der Faserrichtung des Holzes. So arbeitet das Holz am wenigsten und damit ist auch die Gefahr, dass Risse entstehen gering.

Frage: Wird einem bei einem Haus aus Holz das viele Holz rundherum nicht zu viel. Überhaupt, wenn man die Einrichtung auch noch bedenkt?

Christian Buchner: Holz hat viele positive Eigenschaften fürs Raumklima. Bei vielen Bauten, wo auch die Wände aus massivem Holz gemacht sind, werden auf diese aber dann innen Gipsplatten montiert, weil die Baufamilie zwar in einem ganzen Holzhaus wohnen, aber lieber farbige Wände haben will. Da sind dann eigentlich die großen Vorteile des Holzbaus hinter Gips versteckt. Diesen Familien empfehle ich immer, dass sie die Außenwände in Holzriegel mit bester Dämmung machen und dazu eine massive Holzdecke, die dann sichtbar bleibt. Da hat man dann die große Holzmasse – und somit die angenehme Ausstrahlung von Holz – direkt im Raum und trotzdem farbige Wände. Mein Haus ist auch so gemacht.

Frage: Wie ist das mit dem nachträglichen Verlegen von Steckdosen – einfacher als im Ziegelbau?

Christian Buchner: Steckdosen sowie sämtliche Installationen befinden sich beim Holzbau in der Installationsebene. Ein nachträgliches Ändern bedeutet, dass man teilweise diese Installationsebene wieder öffnen muss. Beim Ziegelbau muss man halt stemmen. Eine kleine Baustelle ist das in jedem Fall. Es ist aber weder dort noch da problematisch.

Frage: Kann man eine Steinmauer vor eine Holzwand stellen und was hätte das für einen Effekt?

Christian Buchner: Ja, kann man. In Norddeutschland wird das viel gemacht (sogenannte  Backsteinhäuser). Bei uns ist es aufgrund der Witterung eher unüblich; außer man legt Wert auf ein typisches Mühlviertler „Stoabloß-Haus“. Dann kann man natürlich eine Mauer aus Stein davorsetzen und dahinter steht eine gut gedämmte Buchner-Wand.

Frage: Kann man mit einem Holzhaus Heizkosten sparen?

Christian Buchner: Ja, das ist tatsächlich so. Holz hat von Natur aus eine zwei Prozent höhere Oberflächentemperatur als andere Baustoffe. Dadurch braucht man um sechs Prozent weniger Heizkosten. In einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit herkömmlichem Heizsystem kann das 150 Euro im Jahr ausmachen.

Frage: Was ist die Energiekennzahl?

Christian Buchner: Das ist so was wie der Typenschein beim Auto. Die Energiekennzahl ist der Vergleichswert, mit dem man die thermische Qualität eines Gebäudes beschreibt. Ein Altbau hat etwa eine Energiekennzahl von 200. Ein Niedrigstenergiehaus nur 30 und ein Passivhaus 10. Die Energiekennzahl  hängt von mehreren Faktoren ab (kompakte Bauweise, Himmelsausrichtung am Grundstück, Haustechnik usw.). Zum Beispiel erreichen wir ohne Wohnraumlüftung eine Energiekennzahl von ca. unter 45, mit Wohnraumlüftung von unter 30 und bei einer Passivhausausführung sogar unter 10.

 

Soweit mein Wissensschatz aus der Veranstaltung in Unterweißenbach. Wenn ihr noch Fragen habt, schreibt mir einfach. Ich mach‘ mich dann auf die Socken, um die Antworten dazu aufzustellen.

Eure Maria

2 Kommentare zu “Baufamilien sind wissbegierig
  1. Stefan sagt:

    Hallo Maria,

    sehr interessanter Blog! Wir möchten auch mit Holz bauen und uns schwirren sehr viele Fragen im Kopf herum. Deshalb meine Frage: Wann ist der nächste Baufamilienabend?

    Beste Grüße, Stefan

    • Maria sagt:

      Lieber Stefan,
      ich wünsch’ Ihnen viel Freude beim Planen – wir sind ja schon fast fertig ;-), also wenn Sie weitere Fragen zum Bauen mit Holz haben, können Sie sich jederzeit bei mir melden. Ich sorg’ dafür, dass Sie fachkundige Antworten kriegen. Der nächste Baufamilienabend beim Buchner Holzbaumeister in Unterweißenbach ist am Freitag, 14. März 2014.
      Eine schöne Zeit wünscht Ihnen,
      Maria

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