Diffusionsoffen – was heißt das eigentlich?

Blog-Wandaufbau

Eine Frage von Anita lenkt meine Aufmerksamkeit diese Woche auf das Thema Wandaufbau. „Wie funktioniert das mit der Diffusion der Feuchtigkeit?“ möchte Anita wissen. Ich hab‘ erst einmal googeln müssen, was man in diesem Fall unter Diffusion (Ausbreitung, Ableitung) konkret versteht und mich dann auf die Socken gemacht und unseren Holzbau-Berater Christian Leski mit der Frage konfrontiert.

Im Grunde genommen, so erklärt mir Christian Leski, wird eine Holzbauwand in diffusionsoffener Bauweise von innen nach außen Schicht für Schicht immer durchlässiger – also diffusionsoffener. Die dichten Baustoffe – etwa eine OSB-Platte* – werden an der Innenseite montiert. An der Außenseite braucht man dafür Baustoffe, die wesentlich durchlässiger (diffusionsoffener) sind.

Diffusion im Holzbau ist nämlich nichts anderes, als dass je nach Luftfeuchtigkeit durch den Luftdruckunterschied zwischen Innen und Außen ein Dampfdruckgefälle entsteht. Der Dampfdruck geht  in Richtung der druckärmeren Seite – in der Regel die Außenseite. So entsteht die Diffusion. Diese Ausgleichsströmung kann man nur gewährleisten, wenn also nach außen hin die Materialien immer diffusionsoffener werden. Dann kann, was raus will, so richtig schön ströööööömen.

Jetzt stelle ich mir das Ganze mit Styropor (dicht) an der Außenseite und Plastikfolie (dicht) an der Innenseite vor. Da strömt nix, denke ich mir. Wenn aber nun die Plastikfolie irgendwo eine Fuge / eine Beschädigung hat, dann dringt Feuchtigkeit sehr wohl in die Wand ein und kann nach außen wegen dem Styropor womöglich nicht ausreichend abziehen. Da liegt es auf der Hand, dass sich da Unheil zusammenbrauen kann (Schimmel etc.).

Mit einer diffusionsoffenen Bauweise – also ohne Plastikfolie und ohne Styropor – sind wir auf der sicheren Seite, meint Christian Leski. Darum baut Buchner auch nur so.

Sicher ist sicher,

Maria

*OSB ist eine Abkürzung für das Englische „oriented strand board“. OSB-Platten sind Mehrschichtplatten, die aus langen, schlanken Holz-Spänen mit vorbestimmter Form und Dicke hergestellt werden.

2 Kommentare zu “Diffusionsoffen – was heißt das eigentlich?
  1. Hans-Jürgen Amend sagt:

    “Jetzt stelle ich mir das ganze mit Styropor (dicht) … vor”
    Interessante These. Denn die Dampfdiffusionswiderstandszahl ist für Styropor 50-60 und für z.B. Fichtenholz auch 50, also die gleiche. Gern nachzulesen in Wikipedia, wiki-wissen, etc.
    Immer die Kirche im Dorf lassen.
    Nette Grüsse
    Hans-Jürgen Amend
    LiaSTONE Systembau

    • Maria sagt:

      Lieber Herr Amend,
      vielen Dank für Ihren Anmerkung. Wie Sie vielleicht von der Webseite von Holzbaumeister Buchner schon wissen, setzt das Unternehmen auf natürliche Dämmstoffe und verzichtet beim Wandaufbau auf Styropor. Gerne stehen Ihnen die Buchner-Hausberater für weitere Informationen zur Verfügung.
      Liebe Grüße, Ihre Maria

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